Sonntag, 19. Dezember 2010

Everybody Is In The Mood For Dying

Ich drücke dich zu Boden. Du röchelst. Meine Hände pressen sich fest um deinen Hals. Deine Adern schwellen an und pulsieren.

"Spürst du das?"
Röcheln.
"Spürst du das??"
"...ja"

Ich drücke mit ganzer Kraft deinen Kopf auf die kalten Fliesen.

"Warum muss ich dir erst dein gottverdammtes Herz herausreißen, damit du endlich was empfinden kannst?!"
Deine Augen suchen nach einem Ausweg.

Ich lausche deinem Röcheln und fühle mich geborgen.

Deine Beine stoßen unkontrolliert in die Luft.
Ich genieße deine Zuckungen unter meinem Körper.
"Ist das Liebe?"

Eine letzte Welle durchdringt deinen Körper.
Stille.

Ich streiche über deine warme Haut.
Deine Augen sind weit aufgerissen.
Hoffnungslos.
Gleich kommt die Kälte und nimmt dich mit fort.
Leere.
Das ist Liebe.

Dienstag, 30. November 2010

The Elements Of One

"Nein."
"Aber warum, dass ist doch total sinnlos"
"Nein, es gibt einfach keine Lösung."
"Es gibt immer eine Lösung."
"Nein. Definitiv nicht."

Sie senkt den Kopf.

"Pessimismus vergiftet die Seele."
"Seele?"

Sie starrt auf den Boden. Die Haare schmiegen sich an ihre Wangen.

"Das wird schon werden."
"Nein."

Sie ist angespannt. Die Oberschenkel zittern - eine Träne.

"Das bringt dich doch auch nicht weiter."
"Richtig."

Sie beißt sich auf die Unterlippe.

"Du bist kontraproduktiv."
"Vielleicht."
"Du zerstörst dich selbst."

Sie schmeckt warmes Blut.

"Du lässt dir aber auch wirklich nicht helfen."



Sie krallt ihre Finger in den Oberschenkel.



"Sag doch was.."
Sie blickt in die Leere. Sie blickt in das Nichts.

"Was sind schon Worte."
Sie steht auf, geht zur Tür. Kein Blick zurück. Kein einziges Wort.
Sie geht raus. Lärm dringt ein. Ihre Schritte entfernen sich. Das Licht flackert.



Autoreifen quietschen - ein dumpfer Aufprall.

Stille durchdringt das Nichts.
Stille.

Dienstag, 16. November 2010

Into The Beyond

Eigentlich sollte ich langsam in meinem Bett liegen, aber mein Schlafrhythmus ist mächtig ruiniert. Natürlich bin ich tierisch müde, aber wenn ich dann liege, geht es in meinem Kopf rund. Außerdem bin ich tierisch unmotiviert. Ich mache drei Kreuze, wenn das nächste halbe Jahr überstanden und überlebt ist. Dann kann ich aufatmen. Im Moment fühlt es sich an, als würde ich jeden Tag ein klein wenig sterben. Oder zumindest ein Teil in mir. Ich fühle mich wie ein Puzzle - manchmal bin ich vollständig, aber an anderen Tagen ist alles durcheinander und es fehlen Teile. Mühsam suche ich sie wieder zusammen, komplettiere mich, fühle mich gut und zack, alles für den Arsch.

Vielleicht sollte ich reinen Tisch machen und die Geister der Vergangenheit vernichten?! Leider befürchte ich, dass es dann zu einem Gemetzel kommen könnte. Aber wie heißt es so schön: No Risk - No Fun. Oder besser gesagt: No Risk - No Rest. Wie auch immer.

Ach, fick die Kuh. Ich werde jetzt ins Bett gehen, selbst Winamp will das, denn Shuffle spielt: Die Atzen und Frauenarzt mit Disco Pogo :-D warum habe ich solche Musik auf meinem Rechner? Das macht mir Angst. Ist aber gerade auch witzig, denn in meinem Kopf spielen sich lustige Bilder ab: ein Video, man sieht wie ich durch ein Haus haste, die Kamera auf mein Gesicht gerichtet, der Hintergrund verschwommen, mein Blick absolut irre...die Lichter mal heller und mal dunkler. Meine Pupillen schwirren wild durch die Gegend und suchen etwas. Ruckartige Bewegungen, man sieht wie ich jemanden an die Wand schlage und Blut in mein Gesicht spritzt.....hihi, das finde ich jetzt witzig.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Fixing Broken Hearts

You can't imagine how much this fucking hurts.
How torn apart my mind has become.
I need to spare myself, from these endless tears.
I no longer want to look into the mirror.
I'm tired of being strong.
Do you ever feel so alone, your own existence goes unnoticed .
Yes, I'm talking about myself, i'm not afraid to say I'm so tired of impressing you.
Have you ever rebelled against everything you believed, how fucked is that?
This needs to be for me i need to fix this broken, fix this broken heart.
One day rejection will be off my doorstep, and your eyes will fill with the passion that pumps through my veins and falls from my eyes.
You are my demise.
And though it kisses my heart, i am still broken.

Passender hätte ich es nicht formulieren können. Musik - mein Retter, mein Heiler, meine Hure. Ich sitze im Moment in einer Gefühls-Achterbahn. Ja.
"I´m so tired of impressing you"


Irgendwas brodelt in mir. Ich kann es nicht verstehen, realisieren, umsetzen. Irgendwas wurde geweckt. Ich kann es nicht unterdrücken, bändigen, lenken.
Ich bin unzufrieden. Ich könnte kotzen, schreien, wild um mich schlagen. Ungeduldig zappel ich rum, versuche meine Emotionen durch gewählte Musik zu steuern. Es funktioniert nicht.
Werde jetzt erstmal meine Wunden lecken.

Montag, 18. Oktober 2010

The Day You Died

Es ist doch wirklich eine eigenartige Welt. Manchmal fühle ich mich wie eine Drohne - ein unbemanntes Ding, das verwirrt und teilnahmslos durch die Welt wuselt. Gesteuert durch externe Einflüsse, die komische Dinge mit mir veranstalten. Es könnte auch eine Gehirnwäsche gewesen sein: TV-Signale, die sich über Jahre in mein Hirn gefressen haben und ab und an kontrolliert meine Gedanken steuern. Absolut gruselig. Ich dachte, ich hätte die letzten Jahrzehnte unbeschadet einfach irgendeinen Nonsense komsumiert - ha, falsch gedacht. In meinem Unterbewusstsein haben sich schwubbelige Dinge entwickelt und ich habe das nicht mitbekommen. So eine Scheiße. Dabei wollte ich NIE eine typische Frau sein. Ekel steigt in mir auf, wenn ich an diese schrecklichen tussigen Tussen denke. Heimchen am Herd. Nur das tun was der Mann sagt und will. Ok, so bin ich wirklich nicht. Aber ich habe festgestellt, dass ich eine gewissen Vorstellung von Romantik habe. Vielleicht jetzt nicht das typische Bild: Rosenblätter und so was nicht, aber ich glaube an gewisse magische Momente. Blicke. Berührungen. Sätze im richtigen Moment.
Eigentlich schon komisch. Denn ich hasse solche Filme. Filme, die solche Dinge arg übertrieben darstellen und sich darauf einen runterholen. Abartige Perfektion. Aber in meinem kleinen, hustensaftgetränkten Hirn spielen sich ähnliche Szenen ab. Mein Standard-Satz war immer: Romantik ist, wenn ich deine Haut anziehe. Tja, jetzt bröckelt meine Weltanschauung. Ich bin erschüttert. Verwirrt. Denn wenn man als eigentlich untypische Frau erstmal mit so einem Thema angefangen hat, gibt es kein Zurück mehr. Da rollt also mein Romantik-Stein.

Aber ob das so eine gute Idee war? Immerhin wachsen doch automatisch die "Erwartungen". Und Erwartungen, die nicht erfüllt werden, sind enttäuschend - große Scheiße. Warum muss mein Mund sich eigentlich noch bewegen, wenn das Hirn fernab von Gut und Böse ist? Schrecklich. Erst betreibt man "Fishing For Compliments", ist man damit erfolgreich, ist man trotzdem unbefriedigt, weil es eigentlich suggestiv war. Ein Teufelskreis. Heute ist defitiniv NICHT mein Tag. Ich fühle mich leer. Wie eine Drohne, die Bedürfnisse stillen will, die ich vorher noch nie wirklich vernommen habe, weil sie irgendwie gestillt wurden - oder doch nicht? Boa, ich bin wirklich verwirrt. Ist das Zauberwort "Bestätigung"? Klingt doch alles albern. Vermutlich bleibende Kindheitstraumata, die ich jetzt irgendwie kompensieren will/muss. Und eigentlich ist es jetzt auch egal, denn alles was jetzt kommt, wäre eine indirekte Einforderung latenter Bedürfnisse, dich mich eh nicht befriedigen, weil ich irgendwie einen Appell ausgesendet habe. Abgefahren, ich verstehe mich selber nicht mehr. Cool.

Liebe Leute, ich glaube, ich bin fertig. Ich und Gefühlbestätigungsdrohnenkackromantik-Gedöns - passt einfach nicht. Ich fühle mich gerade wie diese Kinder, die komische Tests machen müssen: stecke diese Formen in die passenden Löcher. Und ich versuche das Dreieck in das Kreis-Loch-Ding zu drücken - natürlich ungeduldig und mit roher Gewalt. Aber das bin nun mal ich. Klingt traurig, aber eigentlich bin ich gerade recht amüsiert. Ok. Verdammt. Ist jetzt auch egal. Morgen ist morgen, dann esse ich Schmetterlinge und pupse Regenbögen und *zack* - alles ist wieder gut.......

Sonntag, 17. Oktober 2010

Let Go - 18387

Die Zeit rennt.
Ich kann sie nicht greifen und erst Recht nicht begreifen. Alles wirkt so surreal. Verzerrt. Diffus. Dissonant.
Manchmal fügt sich alles zu einem Ganzen. Im nächsten Moment zerbricht es in unendlich viele Einzelteile.

Es ist nicht immer einfach, das Richtige zu sagen oder zu tun. Fehlgeleitet von verwirrenden Emotionen. Die Vergangenheit im Nacken..ewig auf der Flucht. Ich will mit vielen Dingen abschließen. Und trotzdem einiges aus der Vergangenheit retten. Nicht viel. Aber ich weiß, dass gewisse Momente nie wieder so werden. Das viel zerstört wurde. Erst jetzt, nach vielen Jahren, begreife ich das wirklich. Egal wie schlimm und scheiße es damals war, gab es einen Lichtblick. Rückblickend betrachtet, war es einfach eine grandiose Zeit. Intensiv. Verrückt. Krass.
Das stimmt mich doch sehr traurig. Ich glaube, dass man so einen Menschen nur selten im Leben findet. Trotzdem spüre ich noch diese Verbundenheit. Und noch heute würde ich meine Hand für diese Person ins Feuer legen, ja, sogar noch mein Letztes geben, wenn ich es müsste. Ich würde gerne viele Dinge ungeschehen machen, aber ich kann es nicht.

Erinnerst du dich noch an die Box-Zeiten?
Hannover?
Die Hommage?
Deine Geburtstagsfeier in Nienburg?
Die Roller Ausflüge?
Die Mc Donalds´s Besuche?
Das Abspacken?
Wacken?
Rock Am Ring?
System Of A Down?
Corsa?
Polo?
Minden?
Jenhorst?
Zeltfeste?
UNITED FOUR?
Mini-Penis-Ring?
Kekse?
The Boss Hoss?
(...)

Du wirst immer ein Teil von mir sein. Und ich verdanke dir so viel. Du weißt, dass ich kein wirklich sentimentaler Typ bin, aber heute ist so ein Tag...rate mal, warum ich die Fotos haben möchte. Du wirst deinen Weg gehen, da bin ich mir sicher. Und trotzdem fehlst du mir sehr.

Freitag, 8. Oktober 2010

Doing The Unstuck

Nachdem ich mich die halbe Nacht durch das Internet geklickt habe, geht es mir besser. Ich habe wieder angefangen SATC zu gucken. Ja, lacht ruhig. Aber diese Serie betreibt Ursachenforschung. Genau wie ich. Außerdem ist es tierisch interessant und aufschlussreich. Dieses Männer-Frauen-Ding fand ich schon immer merkwürdig. Ich war auch davon überzeugt, dass ich eine untypische Frau bin. Bin ich aber nicht. Na ja, zumindest nicht zu 100 Prozent.
Ich habe festgestellt, das die Kraft der Suggestion auch nicht immer Wunder bewirken kann. Was hat man zu verlieren, wenn man es einfach direkt ausspricht, was man denkt und fühlt? Den Stolz. Man wünscht sich als Frau, dass so gewisse Dinge einfach automatisch vom Mann kommen. Der Mann weiß das aber nicht, weil die Frau nie etwas beanstandet hat. Teufelskreis.


Na ja, ist auch egal. Mir geht es heute gut. Ich freue mich auf einen netten Abend - heute unter Frauen und morgen auch. Das finde ich klasse. Und es tut mir gut. Davon bin ich überzeugt. Dann steht auch schon der große Tag vor der Tür. Sonntag! Einige kennen meinen ultimativen Plan :) Mr. Elysion kommt wieder. Endlich. Ich freue mich, weil ich das Gefühl habe, dass doch alles wieder gut wird. Ich hoffe es wirklich. Es liegt jetzt in seiner Hand. Sonntag habe ich die Gewissheit und kann endlich wieder zur Ruhe kommen. Sonntag.....

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Flying

Eigentlich weiß ich gar nicht wirklich was ich schreiben wollte. Ich hatte einfach nur das Bedürfnis irgendwas zu tippen. Die letzte Nacht steckt mir noch in den Knochen. Ich spüre meinen verspannten Nacken und die schweren Beine. Tanzen ist wirklich anstrengend. Der Abend/die Nacht/der Morgen - einfach gelungen. Mit den richtigen Leuten ist Bielefeld wirklich erträglich. Wir haben unendlich viel Unsinn geredet, gelacht, getanzt und auch getrunken. Ich fühlte mich wohl. Irgendwie geborgen.

Nun bin ich wieder in meiner kleinen Welt. Höre Musik. Fühle mich noch ein wenig übernächtigt. Versuche meine Gedanken, Gefühle und Eindrücke zu sortieren. Das will mir aber nicht wirklich gelingen. Eigentlich fühle ich mich ein wenig angeschossen. Kein Streifschuss. Nein. Der Schuss sollte eigentlich das Herz treffen. Knapp verfehlt. Trotzdem steckt die Kugel in mir. Ich spüre wie das Projektil sich durch mein Fleisch gebohrt hat.
Ein fast betäubender Schmerz, der mein Atem stocken lässt. Werde ich jetzt verbluten, oder wird einfach eine weitere Narbe zurück bleiben?

Make It Right

I know that I want you
I know that I need you
But I can't pretend that
This'll make it right

You whisper your name
But I can't hear you
Don't leave me behind
Lend me your hand

I can feel them

I think they're closing in
Don't leave me behind
Lend me your hand

Let me feel you
By my side
Be where I can hear you
I long to feel

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Alone I Break

Aggregatzustände sind eine klasse Sache. Man kennt sie und man weiß, was man an ihnen hat. Berechenbar. Eigentlich. Aber was passiert, wenn sich plötzlich eine feste Substanz schlagartig verflüssigt und sich früher oder später in Luft auflöst?! - *zack weg*

Tja, keine Ahnung. Ich bin jedoch tierisch überzeugt, dass die Substanz unglaublich hart und unkaputtbar ist. Aber was bringt es, wenn man alleine mit dieser Überzeugung ist? Nichts! Richtig. Also heißt es abwarten und Tee trinken, bis sich die Substanz überlegt hat, welchen Aggregatzustand es letzten Endes für richtig hält. Jetzt eine dezidierte Analyse darüber abzulegen wäre reiner Selbstmord.

Sonntag, 3. Oktober 2010

No Saving Me

Nachdem meine Laune gestern wirklich mehr als beschissen war, verlief der Abend und die Nacht wirklich amüsant. Tolle Gespräche und böser, böser Alkohol. War ja wirklich lange abstinent, aber gestern habe ich einfach die volle Dröhnung gebraucht. Sambuca. Mir ging es nicht besser, aber irgendwie war es doch erträglicher. Habe noch lange wach gelegen, nicht nur mein Bett drehte sich, auch meine Gedanken.
Ich fühle mich unendlich leer. Aber warum? Mal abgesehen von der "Bielefeld-Problematik" und der "Familien-Odyssee" ist doch alles perfekt. Warum freut man sich nicht darüber? Sucht man absichtlich nach Fehlern, weil Perfektion einen beunruhigt? Mich beunruhigt das wirklich, weil man sich fragt, wo der Haken ist. In meinem Leben gab es noch nie Perfektion. Vielleicht sollte man sich einfach darüber freuen. Vielleicht habe ich genug gutes Karma gesammelt. Trotzdem verspüre ich diese Unruhe.

Ich hasse mich dafür, ich habe wirklich das unglaubliche Talent, Dinge zu zerstören. Ich werde komisch, zynisch, emotionslos und mir ist alles wumpe. Dabei verletze ich damit andere. Blöd. Aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut. Wobei das wirklich witzig aussehen würde.
Warum kommt man nur immer auf so dämliche Gedanken, wenn man alleine ist?! Fröhliche Musik könnte helfen. Ich hoffe einfach mal, dass die Welt nächste Woche schon wieder anders aussieht. Ich hasse es, ein halber Mensch zu sein.

Samstag, 2. Oktober 2010

The Longest Year

Eigentlich wollte ich jetzt was tierisch Witziges schreiben - aber es funktioniert nicht. Da bin ich mir sicher. Ich fühle mich leer. Kaum in Bielefeld angekommen, umhüllt mich diese schreckliche Stadt mit ihrem Schleier. Meine Laune wird so übel, dass man mir wirklich nicht begegnen möchte. Der "häusliche Empfang" hat mir dann noch den Rest gegeben. Selbst die böseste Musik kann mich nicht mehr beruhigen.
Mein Kopfkino inszeniert die besten Szenen - Postal 2 ist dagegen ein Kinderfilm.
Eigentlich bin ich wirklich relativ ausgeglichen, hatte eine tolle und intensive Zeit, aber das es Menschen gibt, die das innerhalb von Minuten zerstören können, finde ich wirklich abartig.

Nun sitze ich also hier, auf dieser verdreckten Scholle und warte. Wird es besser? Schlimmer? Ich habe keine Ahnung. Diese Stadt, diverse Menschen und die momentanen Umstände gehen mir einfach so auf den Piss.

AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!

Freitag, 1. Oktober 2010

Psychopomp

The Tea Party - Psychopomp

Psychopomp

You wanted this
So sad to see
The sweet decay
Of ecstasy

And you want it all

And you want it all

A frozen sun,
Would guide you there
As shadows hide
The deep despair

And you want it all

I'll give you something more
And you'll fade away
One last kiss before
You fade away.

So sleep tonight,
In idle dreams
The pain will drown,
Your silent screams

And you want it all

And you want it all

I'll give you something more
And you'll fade away
One last kiss before
You fade away
Lives you once adored
will fade away
Lies you can't ignore
You soon repay
As you fade away

As you fade away

As you fade away

As you fade away

And you'll fade away




Entwine - Don´t Let This Night Be Over



Don't Let This Night Be Over


The magic of the moment puts a spell on me,
yes I watch you closely
To kiss your lips then I'll forever rest in peace,
yes your eyes they drown me

Please, don't let this night be over
Please don't let this night be over

No wind, no storm can break this bond between you and me,
no, it grows on stronger

Please, don't let this night be over
Please don't let this night be over


***ohne Worte***

Dienstag, 14. September 2010

Drain Me

Es gibt Menschen, die lieben Rinderfilet. Es ist zart, schmackhaft und sieht einfach schön aus. Natürlich ist es teuer und man bekommt es nicht überall, aber trotzdem ist es eine Gaumenfreude. Dann gibt es Menschen, die lieben Schnitzel. Man kann es schnell zubereiten, es ist überall erhältlich und mit vielen anderen Lebensmitteln kombinierbar. Ein weiterer Pluspunkt ist der günstige Preis. Was bewegt aber einen Menschen dazu, der immer nur Rinderfilet gegessen hat, plötzlich auf Schnitzel umzusteigen? Wenn man doch das Geld für unendlich viele Filets hat?! Frei nach dem Motto: öfter mal was Neues? Also probiert man nun ein solides Schnitzel. Es schmeckt. Vieles ist besser als mit dem Filet, auch wenn es nicht so zart und wohlgeformt ist. Trotzdem hat man Freude. Es harmoniert. Soße verschönert das Schnitzel. Denn das was zählt findet man unter der Panade.....oder etwa doch nicht? Vielleicht lieber wieder das Filet??

Im Zweifelsfall nimmt man dann doch das "leidenschaftliche Gulasch" *danke, für diese grandiose Metapher* ;-)

Ja, also es ist wirklich nicht einfach. Dämliche Metaphern, wirre Gedanken, melancholische Musik und dann noch Regen. Da vergeht einem ALLES. Hormongeschwängert, von der Musik beeinflusst und tierisch unausgeschlafen. Kein Wunder das man abstruse Dinge schreibt. Ich sollte einfach mal versuchen vernünftig zu schlafen. Vielleicht geht es mir dann schon besser.

Heute im Angebot: Sentenced - rauf und runter, die komplette Dröhnung. Gestern Anathema, heute Sentenced, morgen dann wieder My Dying Bride....bin dann mal wieder weg, um die Anatomie der Melancholie zu ergründen.

Montag, 13. September 2010

Axiom

Manchmal hat man einfach ein Gefühl, es ist weder gut noch schlecht. Dennoch dominiert es die Gedanken und das Handeln. Ich ziehe mich zurück und wirke nachdenklich. Ich kann dieses Gefühl nicht steuern, es ist einfach da. Manchmal sehr leise, dann immer lauter. Will es mir was sagen? Es beunruhigt mich, denn normalerweise ist es kein gutes Zeichen - irgendwas ist faul. Nur was?
Ich bin kein Kopfmensch, ich höre lieber auf meine Intuition und meine chaotische Gefühlswelt. Bis jetzt bin ich immer gut damit gefahren. Leider funktioniert das in letzter Zeit nicht. Ich höre nix von meiner Gefühlswelt. Gähnende Leere. Unzufriedenheit. Zweifel. Dabei ist alles wirklich perfekt. Oder etwa nicht? Einige würden es einen sechsten Sinn nennen - ich nenne es eine tickende Zeitbombe. Denn es macht einen anderen Menschen aus mir. Ich werde sehr zynisch, sarkastisch und fies. Gefühlskalt und sogar verletzend. Das ist doch wirklich scheiße.
Diese Gefühls- und Stimmungsschwankungen sind wirklich kein Geschenk. Man wird misstrauisch und übellaunisch. Habe mich am Wochenende auch lange über diverse Themen unterhalten. Das tat wirklich gut. Und eigentlich bin ich mit einem positiven Gefühl aus der Sache raus und dachte mir: Jau, super, dass fühlt sich schon viel besser an. Tja, leider ist davon nicht mehr viel übrig geblieben. Die eigentlich selbstbewusste Chaotin schweigt. Lässt es über sich ergehen und verstummt.
Ich glaube, ich bin einfach zu sensibel im Moment. Ich hasse das wirklich. Dennoch will ich mir nix anmerken lassen. Aber wie lange hält man das aus? Wann platzt es aus mir heraus? Es gibt Tage, da komme ich gut damit klar, aber in den letzten Wochen bin ich echt angefressen. Dann noch die Abstinenz - mein Nervenkostüm ist wirklich nicht das Beste.

Life has betrayed me once again,
I accept some things will never change.
I've let your tiny minds magnify my agony,
and it's left me with a chem'cal dependency for sanity.

Yes, I am falling... how much longer till I hit the ground?
I can't tell you why I'm breaking down.
Do you wonder why I prefer to be alone?
Have I really lost control?

I'm coming to an end,
I've realised what I could have been.
I can't sleep so I take a breath and hide behind my bravest mask,
I admit I've lost control.

Ach, scheiße. Ich hasse das wirklich. Die Vergangenheit soll sich endlich verpissen, damit ich mir nicht auch noch die Zukunft versaue - die Gegenwart hat es ja auch schon fast erwischt. Das ist wirklich zum Kotzen.
Da treibe ich also, auf meiner kleinen, schmelzenden Gegenwarts-Scholle. Kann man glücklich sein lernen? Ich mache das immer kaputt. Irgendwie. Ja....*zack* ...kaputt.

Ich hoffe einfach, dass dieses eigenartige Gefühl verschwindet. Ich kann mich einfach nicht ausdrücken in der letzten Zeit. Ich bin einfach tierisch verwirrt und keine Ahnung.......blöd. Einfach blöd...but the show must go on!

Anathema - Everything
Anathema - Electricity

Wounds

Time, What is time?, the tale of pain and death, those moments of our lives
Pain never dies, you only suffer more when death stares into your eyes
Wounds never heal, the scars are there to stay as the memory remains
Lost never found, your soul is led astray when your body fades away
Never the same again, scarred by the years of pain
Never the fool again, scarred by the years of pain
To be dead is to always live in their memories
and walk alone on the path of grief
To be dead is to always scream at the silence
forever trapped in a place of pain
Pain, what is pain?, the tales are the pain, the moments never die
Dead are the lies, the truth is here to stay as the liars fades away
Lost, never found, souls are led astray, their words to be slain
Pain never dies, you only suffer more when death stares into your eyes

Montag, 30. August 2010

Walking With No One

Die Träume sind zurückgekehrt. Eigentlich sind es nicht mal Träume, es sind Bilder, die ich im Halbschlaf sehe. Immer wieder aus verschiedenen Perspektiven. Erst sehr verschwommen und düster, dann immer klarer und realistischer. Gefühlswellen, die mich überschütten und mich gegraben. Mein Herz rast, meine Hände sind nass und meine Gefühle fahren Achterbahn. Diese "Träume" kommen und gehen wann sie wollen. Manchmal wenn ich Stress habe, manchmal ohne Grund. Fakt ist, dass sie mich wahnsinnig machen. Diese unkontrollierten Wellen brechen einfach über mir zusammen und reißen mich in die Tiefe.

Donnerstag, 29. Juli 2010

For My Demons

Wenn man einen Demön besiegt hat, entstehen mindestens zwei Neue. Natürlich sind die neuen Dämonen wesentlich stärker, fieser und gemeiner. Einige Dämonen treiben einen an, im positiven Sinne, andere versuchen zu zerstören oder fressen sich ganz langsam in dein Innerstes. Unbemerkt nisten sie sich dort ein. Wunderbar - ein Leben als Wirt, bis man irgendwann ganz langsam daran zerbricht....

Es zerreißt mich. Ich bin verwirrt. Kraftlos lasse ich mich von bösartigen Sehnsüchten treiben und hoffe, dass es einfach aufhört. Tut es aber nicht. Gedanken werden zum Selbstläufer, kratzen unkontrolliert in mir herum. Mein Kopf könnte jeden Moment explodieren. Bin ich dann erlöst? Habe ich dann endlich meine Ruhe?

Meine Vergangenheit ist mir an die Fußknöchel gekrochen und zieht sich langsam an mir hoch. Wird wieder ein Teil von mir, bedeckt mich wie ein Schleier. Die Sicht wird trüb und meine Kraft verlässt mich. Ich war schon lange nicht mehr an so einem Punkt. Bin ich glücklich? Oder spiele ich mir das nur vor, um mich in Sicherheit zu wiegen? Ich weiß es im Moment nicht. Am liebsten würde ich meine Sachen packen und einfach eine Zeit lang abtauchen. Unauffindbar. Unverwundbar. Ich falle.

Mit jeder falschen Entscheidung komme ich dem Aufprall ein Stück näher. Ich kann den Beton riechen. Vor meinem inneren Auge sehe ich bereits den Aufprall: dumpf, hart und brachial - Stille. Die letzten Herzschläge dröhnen durch den Schädel. Der Atem stockt. Es wird schwarz.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Are You There

Was ist Liebe?
Es gibt einen unendlich breiten Konsens zu dieses Thema, aber letztenendes muss jeder für sich selber diese Frage beantworten können. Nun sitze ich hier und frage mich, bzw. schweige - höre in mich hinein. Die Antwort liegt tief in mir. Das weiß ich. Viele fragen sich sicherlich, warum gerade ich auf so ein Thema zu sprechen komme. Tja, es gibt einfach Momente im Leben, die sich wie ein Schlüsselreiz auf einen auswirken.
In solchen Situationen merkt man eigentlich wirklich was mit einem los ist. Man entscheidet und handelt unterbewusst, weil man sich sicher ist, dass es das Richtige ist. Ich bin ein Bauchmensch. Mein Kopf beschwert sich darüber auch eigentlich nie. Und ich bin damit immer gut gefahren. Das habe ich heute erst wieder gemerkt.
Liebe hat soviele Gesichter, dass ich das fast beängstigend finde, weil ich viele Facetten einfach nicht kenne. Bedingungslos Entscheidungen zu treffen zum Wohle eines anderen Menschen. Ist das Liebe?
Selber zurückstecken, weil man genau weiß, dass es dem Anderen besser geht - ist das Liebe?

Auch ich habe Angst verletzt zu werden, aber warum sollte man es nicht trotzdem versuchen?! Immerhin könnte man den schönsten Moment seinen Lebens verpassen, weil man aus Vorsicht schweigt oder aufgibt. Schlechte Erfahrungen hat jeder von uns schon gemacht, das steht ausser Frage, aber sollten gerade solche Erfahrungen uns beherrschen? Alles versauen? Nein.
Wenn ich immer nur das Negative sehen würde, könnte ich mir auch gleich einen Strick nehmen. Habe ich mich unterkriegen lassen? Nein. Natürlich gab es immer wieder Momente, in denen ich schwach und hilflos war, aber es ging immer weiter. Wenn du stehen bleibst, holt dich deine Vergangenheit ein und rammt dir ein Messer in deinen Rücken.

"Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, daß Du mir das Liebste bist; Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle."

Natürlich riskiere ich erneute Wunden, Narben und Schmerzen - aber ich spüre, dass ich lebe. Ich bin existent. Eigentlich ein wunderbares Gefühl.


Liebe bereichert, Liebe zerstört. Liebe ist alles, Liebe ist nix. Für mich ist Liebe ein Gefühl. Ich kann es nicht beschreiben, aber es lässt mich handeln - richtig. Es gibt kein entweder oder. Den Menschen, den ich liebe, bekommt alles von mir: bedingungslos. Denn er ist es wert, auch wenn es nicht immer leicht ist. Trotzdem lohnt es sich darum zu kämpfen, für diesen einen Menschen einfach alles in Bewegung zu setzen.
Liebe lässt mich nicht zweifeln, auch wenn Liebe einen erblinden lässt.


"Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen."

Montag, 19. Juli 2010

Like Knives

Endzeitstimmung in der nichtexistenten Stadt.
Was würde ich dafür geben, einfach diesem Schrott hier zu entkommen - meine Seele? Die habe ich leider damals im zarten Alter von 14 Jahren an eine Freundin verkauft, um Zigaretten zu bekommen. Mein Herz? Eigentlich wird mir nachgesagt, dass ich herzlos sei. Komisch, denn in letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass mein Brustkorb platzen könnte. Andere Innereien? Theoretisch schon, aber ich bezweifle, dass ich mit diesem Schrott noch jmd. glücklich machen könnte. Ich muss aber dazu sagen, dass ich seit sechs Wochen keinen Alk mehr getrunken habe, meine Synapsen haben sich neu gebildet und meine Leber schrumpft glaube ich langsam wieder - es geht bergauf. Eigentlich.

Überall gelbe Post-It´s scheinen noch nicht Strafe genug zu sein, nein, hinterm Haus Bausstelle: ab spätestens halb sieben (MORGENS!!!!11111elf) stehen bekloppte Bauarbeiter vor meinem Fenster und machen Krach. Nächste Instanz: vorm Haus, die komplette Straße wird aufgerissen, ja, richtig. Uhrzeit? 22 Uhr - sechs Uhr ....HAHAHAHA. Wann soll ich schlafen? Neben Post-Its-Attacken, Krach, Lärm, Gelaber und Hitze. Gute Frage. Ich weiß es nicht. Eigentlich muss ich lernen. Zweite Runde BWL, weil mir die Erste schon so einen Spass bereitet hat. Nein. FAIL. Ich bin zwar nur Eine unter Vielen, aber es nervt. Ich mag keine Zahlen. Und trotzdem muss ich es bestehen. Countdown läuft: Freitag. "So führe man mich zum Schafott." Und dann ist es auch schon wieder soweit, dass ich ein Jahr älter werde. Normalerweise hasse ich diesen Tag. Bedeutungslos. Bedeutungslos wie meine Geburt. Neben Weihnachten einfach ein weiterer unnötiger Tag. Meistens im gemütlicher Zweisamkeit mit Mr. Beam verbracht. Vergessen. Verdrängen. Verkraften.
Dieses Jahr gibt es aber wohl eine Neuerung. Ich glaube, es wird ein schöner Tag. Zweisamkeit. Mr. Beam wird durch Mr. Elysion ersetzt.

"Some people turn to pills and things
To help them through the day
To take them up or down or just
To ease the blues away
But me I really want to feel
The ups and downs of life so real
Happy or sad emotions reign
My tears flow just the same"

Ich werde mutiger. Pure Emotionen durchdringen mich. Die Guten und die Schlechten. Komisches Gefühl. Keine Blase, die alles dämpft. Nein, das pure Emotionspaket.

Ja, ich bin angekommen. Ever thine ever mine ever ours......

Samstag, 10. Juli 2010

Into Deep Sleep

Ein Blick, der mich berührt. Eine Stimme, die mich durchdringt. Eine Berührung, die mich zum Leben erweckt. Stille.
Der böse Passagier verstummt. Er ruht. Er schläft. Er lauert. Wann ergreift mich seine Macht erneut? Stille.

Die Augen geschlossen, wartend auf den Moment seiner Rückkehr. Wartend, dass sich das Schwarze in mir entfaltet. Ungewissheit. Wartend, dass sich das Schwarze meiner annimmt. Ungewissheit. Wartend, dass sich das Schwarze erneut Kontrolle verschafft. Stille.

Der böse Passagier - mein Tartaros.
Du - mein Elysion.

Dienstag, 6. Juli 2010

Gold

Herzschlag. Luft füllt die Lungen, die Augenlider zittern. Herzschlag. Das Blut bahnt sich seinen Weg durch den fast leblosen Körper. Herzschlag. Sauerstoff bringt die Zellen zum Beben. Herzschlag. Synapsengewitter. Herzschlag.

Die Augen sind weit geöffnet. Der Körper füllt sich mit Leben. Der Blick ist klar. Jeder Atemzug bringt noch ein Stück Leben zurück. Das Herz kraftvoller als je zuvor.
Narben, die einst wie Ketten um das Herz geschlungen waren, beugen sich dieser Kraft.
Schmerz durchströmt das verletzte Gewebe. Schöner Schmerz. Befreiend. Belebend. Befriedigend.

Oder war es nur der Kuss des Morpheus, der diesen leblosen Körper zum Leben erweckte? Gefangen in einem Traum, wartend auf Anatole, die diese Ungewissheit beendet.

Montag, 28. Juni 2010

Nothing

Leere. Taubheit. Man steht und doch bricht das Innerste zusammen - unerwartet. Bewegungen verlangsamen sich und Geräusche verblassen. Stille.

Niemals zurückblicken, immer nach vorne schauen. Egal was passiert.
Du musst schneller laufen können als deine Vergangenheit, wenn du stolperst oder langsamer wirst, dann kannst du dir sicher sein, dass sie dich einholt, überrollt und verschlingt.

Ich hasse solche schwachen Momente. Keine Kontrolle, man muss es über sich ergehen lassen. Wehrlos und hilflos zugleich. Auf der ewigen Suche nach seiner Identität verliert man sich, zerfließt und wird brachial überrollt. Man kann keinen klaren Gedanken fassen. Hat keinen Einfluss auf das Geschehen und muss es über sich ergehen lassen. Grausam. Manchmal möchte man sich ein großes Messer nehmen, sich vor den Spiegel stellen und langsam den Brustkorb öffnen, in der Hoffnung, dass alles Böse und Schlechte aus einem rausfließt. Kein warmes, glucksendes Blut, nein, der böse Passagier, der in einem inne wohnt - deine Gedanken verseucht und deine Aktionen steuert. Der böse Passagier.
Es einfach rausfließen lassen, dabei zusehen und grinsen. Die Haut klafft weit auseinander und das warme Lebenselexier bahnt sich seinen Weg über deinen Körper. Wie ein Vulkan. Der Kern glüht heiß und wild. Pumpt und schreit. Wielange es wohl fließen muss, bis alles Falsche raus ist?

Das Gesicht blass, die Augen leer. Blut an den Fingern. Man kann das Böse schmecken. Ein rotes Netz legt sich über die Lippen, die Zunge erledigt den Rest. Der Geschmack so süß und doch so abgrundtief böse. Bewusstlosigkeit.

Montag, 21. Juni 2010

I Don`t Know What's Going On

Die Sonne scheint, die Stimmung ist losgelöst und mit gutem Gewissen steige ich in das unbekannte Auto. Ein leicht muffeliger Geruch begrüsst mich, als ich meine wenigen Klamotten nach Hinten schmeiße. Der Fahrer begrüsst mich freundlich. 700 Kilometer liegen vor uns. Der Weg ist das Ziel. Er legt den ersten Gang ein und gibt Gas. Die Musik ist nicht nach meinem Geschmack, aber da wir noch keine fünf Kilometer gefahren sind, will ich mich nicht schon gleich beschweren. Gesprächsaufbau. Ich merke schnell, dass die Fahrt anstrengend wird und schweige einfach. Im Kofferraum klimpern die Bierkästen. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie ich ein Bier öffne und daran rieche. Mein Mund nähert sich der Öffnung und der Inhalt läuft in meinen Mund. Ich seufze und versuche mich auf den Verkehr zu konzentrieren. Die Fahrt ist sehr rasant und ich überlege, ob ich nicht doch wieder mit dem Trinken anfangen sollte.

Seine langen, dunklen Haaren hängen ungepflegt in seinem Gesicht, ein buschiger Bart verdeckt seine Mimik. Die Augen klein und verkniffen. Seine Lederhose steht mit Sicherheit von alleine, wenn er sie auszieht. Das Auto passt zu seinem Besitzer. Ich versuche mich zu entspannen und strecke meine Beine aus. Er murmelt irgedwas unverständliches über Musik. Nickend schaue ich aus dem Fenster und beobachte die Autofahrer. Er schaltet unruhig und beschleunigt immer wieder stark, sodass es mich tief in den Sitz presst. Meine rechte Hand umfasst den Türgriff, ich schließe die Augen und widme mich der Musik. Eigenartige Klänge rauschen durch meinen Gehörgang. Konzentriert versuche ich Gefallen daran zu finden - erfolglos.

Er zündet sich eine Zigarette an, seine Fingernägel sind dreckig und die Fingerspitzen gelb vom Nikotin. Ein Schauer läuft über meinen Rücken. Er zieht intensiv an der Zigarette und lässt den Rauch langsam aus seiner Nase gleiten. Seine Lippen sind spröde. Erneuter Gesprächsaufbau. In meinen Gedanken öffne ich das nächste Bier.

Jedes Lied klingt gleich. Ich werde unruhig und ein komisches Bauchgefühl macht sich bemerkbar. Ich zünde mir auch eine Zigarette an. Er beobachtet mich dabei. Leicht nervös ziehe ich an der Kippe und lasse den Rauch langsam aus meinem Mund strömen. Beim Ausdrücken seiner Zigarette berührt seine Hand für einen kurzen Moment mein Knie. Ich zucke.

In mir zieht es sich zusammen und ich bekomme Magenschmerzen. Mein Herz beginnt zu rasen und meine Kehle wird schlagartig trocken. Ich trinke ein Schluck. Er beobachtet mich. Ich atme tief und ruhig ein, blicke aus dem Fenster. Die Geräusche verstummen langsam und vermengen sich zu einem stumpfen Dröhnen. Mein Herz pocht. Ich werde immer unruhiger und rutsche auf meinem Sitz hin und her. Ich spüre seine Blicke. Er fährt unkonzentriert. Meine Hände werden nass. Ich presse sie zwischen meine Schenkel. Sein Atem ist schwer. Immer häufiger durchdringen mich seine Blicke. Mustern mich. Wandern an mir entlang. Durchbohren mich. Ich halte die Luft für einen Moment an, versuche meinen Herzschlag zu kontrollieren. Die Unruhe wird größer.
Wolken verdecken die Sonne. Es wird dunkel. Der Asphalt dröhnt unter der schnellen Geschwindigkeit. Ich schließe die Augen. Tue so als würde ich schlafen. Atme langsam und ruhig. Ich spüre seine Blicke. Ich spüre seine Nähe. Der Ekel wächst in mir. Seine Hand streicht über mein Knie. War das Absicht? Ich versuche nicht zu zucken, nicht zu verkrampfen. Beiße mir auf die Lippe. Es wird still.

Plötzlich wieder eine Berührung. Es läuft mir eiskalt den Rücken herunter, mein Magen verkrampft erneut. Paralysiert und angewidert kämpfe ich dagegen an, nicht laut los zuschreien. War es Absicht? Die Sekunden fühlen sich wie Minuten an. Das Rauschen der Autos treibt mich in den Wahnsinn - diese Unruhe ist unerträglich. Versuche mich nicht zu bewegen - erstarre. Ich höre wie sein Atem immer schwerer wird. Er zieht die Luft tief in seine Lunge und presst sie wieder heraus. Dieses Geräusch widert mich an. Ruckartige Fahrmannöver verlangen mir alles ab. Meine Zunge presst sich gegen meinen Gaumen. Sein Finger fährt über mein Knie. Alles in mir schreit laut auf. Er stöhnt leise.

Ich spüre wie das Blut in meiner Schläfe pocht - es schmerzt. Ein riesiger Geräuschebrei umhüllt meinen verkrampften Körper. Sein Hand streicht über meinen Unterarm. Alles in mir ist nun auf Abwehr eingestellt - pure Absicht. Ich zucke. Seine Hand schreckt zurück. Er stöhnt erneut. Mir wird schlecht und ich will aus dem Auto. Mein Magen versucht mit aller Gewalt den Inhalt nach oben zudrücken. Ich muss schlucken. Ich rieche seinen Schweiß. Ich schmecke die Kotze in meinem Mund. Ich spüre seine Blicke überall. Entschlossen öffne ich die Augen und trinke einen Schluck Wasser. Er ist nervös. Er leckt sich über seine Lippen, streicht sich den Bart zur Seite. Ich beobachte ihn. Meine Blicke machen ihn noch nervöser. Ein schneller Spurwechsel auf die rechte Seite. Im Augenwinkel sehe ich ein Parkplatzschild. Der Himmel ist inzwischen fast schwarz. Dunkle, schwere Wolken umgeben den Horizont. Die Zeit steht für einen Moment still. Vor mir ein leerer Parkplatz - dreckig, abgelegen und düster. Mein Herz beginnt zu rasen. Kann keinen klaren Gedanken fassen. Suche mit den Augen den Türknopf. Er parkt und fast zeitgleich drückt er mich mit einem Arm in den Sitz. Unsere Blicke treffen uns. Sein Atem ist schnell und hart. Ich will ihn wegstoßen, schaffe es nicht. Meine Kehle schnürrt sich zusammen. Sein linker Arm drückt mich immer tiefer in den Sitz, mit der rechten Hand packt er mein Gesicht. Ich kann seine Haut riechen und mir kommt erneut Kotze hoch. Er fängt an meine Brüste zu kneten. Ich versuche mich zu wehren. Zwecklos. Er stöhnt laut auf. Seine Erregung widert mich an. Am liebsten würde ich ihm ins Gesicht kotzen. Mein ganzer Körper verkrampft. Ich presse meine Schenkel zusammen. Winde meinen Körper. Versuche aus dem Auto zu kommen. Zwecklos. Panik steigt in mir hoch. Mir wird schlecht. Seine Hand ist überall. Ich presse mich tief in den Sitz. Versuche so zu entkommen. Zwecklos. Die andere Hand drückt meine Kehle zusammen. Ich bekomme kaum Luft. Meine Adern schwillen an. Mein Kopf platzt jeden Moment. Röchelnd winde ich mich unter seiner Kraft. Seine Erregung wächst. Er drückt sich an mich und atmet in mein Ohr. Ich spüre seinen heißen Atem an meiner Wange. Mir ist schwindelig, bekomme kaum Luft. Will nicht ohnmächtig werden. Speichel läuft aus meinem Mund, sein Bart kratzt über meinen Hals. Ich beiße mir auf die Lippen und schließe die Augen. Sein Stöhnen wird lauter, sein Atem schneller. Mit aller Gewalt versucht er meine Schenkel auseinander zubekommen. Ich kämpfe dagegen an. Mein Widerstand geilt ihn auf. Sein Atem wird immer unkontrollierter. Er greift meine Hand und schiebt sie sich zwischen seine Beine. Ich würge erneut. Das ranzige Leder der Hose gepaart mit seinem pulsierenden Schwanz schürrt die Panik in mir. Alles in mir wehrt sich. Versuche meine ganze Kraft zu sammeln. Zu fokussieren. Zwecklos.

Kein Auto. Kein Mensch. Nur dunkle Wolken und seine Gewalt über meinen Körper. Er trägt ein Messer an seinem Gürtel. Ich will dieses Messer. Meine rechte Hand versucht seinen Griff von meiner Kehle zu lösen. Seine linke Hand führt meine linke Hand über seinen Schritt. Hass, Wut, Verzweifelung. Ich muss ihn ablenken, verwirren, sein Spiel mitspielen. Angewidert, aber entschlossen knete ich seinen Schwanz. Sein Griff löst sich leicht. Ich beiße die Zähne zusammen und mache weiter - pure Absicht.

Sein Stöhnen wird lauter, seine Lederhose pulsiert. Er schließt die Augen. Gibt sich der Erregung hin. Meine Finger wandern, mit der Hoffnung, an das Messer zu gelangen. Seine Hand lässt von mir ab. Sein Atem wird schneller. Ich habe nur einen Versuch.
Sein Oberkörper versperrt mir die Sicht, er muss sich weiter rüberbeugen. Ich versuche mich nach rechts zu drücken. Er rutscht mit seinem Oberkörper näher an mich heran. Meine Fingerspitze spürt das Messer. Ich massiere weiter - er seufzt. Mein Handballen drückt fest gegen seinen harten Schwanz, die Fingerspitzen öffnen das Lederetui. Eine bedachte Bewegung wird von einer ruckartigen und schnellen Bewegung gefolgt und rammt ihm das Messer tief in den Magen. Ich blicke in sein schmerzverzerrtes Gesicht. Seine rechte Hand lässt von mir ab. Ich nutze den Moment und drehe mich - mit mir das Messer in seinen Magen. Er schreit auf. Warmes Blut läuft über meine Hand. Ich stoße das Messer noch fester in seine Gedärme. Er versucht mich wegzudrücken. Dabei bohrt er sich das Messer noch schräger in sein Innerestes. Er packt meine Hand und stößt mich mit der Klinge weg. Seine Hand drückt auf die zerfetzte Wunde. Ich springe aus dem Auto. Er versucht mich zu packen, seine Schnelligkeit ist beeinträchtigt. Jede Bewegung scheint purer Schmerz zu sein. Er versucht aus dem Auto zu steigen. Sein Körper schwankt, überall ist Blut. Unsere Blicke treffen sich. Ich sehe seinen verzerrten Mund unter dem Bart hervorblitzen. Die Wunde, die ich ihm verpasst habe, ist riesig und dunkles Blut fließt über seine ranzige Lederhose. Ich spüre das Adrenalin in mir. Mein Herz rast noch schneller, ich atme tief und schnell. Er steuert auf mich zu. Ich richte die Klinge auf ihn und gehe zurück. Sein Gesicht ist blass, seine Augen voller Wut. Seine Schritte werden schneller. Ich fuchtel wild mit der Klinge, aber das schreckt ihn nicht ab.

Kein Auto. Kein Mensch. Nur dunkle Wolken und der Geruch nach Regen.
Er stößt einen lauten Schrei aus und springt entschlossen in meine Richtung. Ich reiße die Klinge nach oben und spüre erneut warmes Blut. Er fällt zu Boden. Eine klaffende und tiefe Wunde von seiner rechten Brust bis zu seiner Kehle. Seine Hände versuchen die Blutung zu stoppen. Zwecklos.

Langsam bildet sich eine Lache. Ich schaue ihm in die Augen. Sein Blick ist schmerzverzerrt. Er wimmert. Er hat Schmerzen. Er röchelt. Ich rieche sein Blut.
Ein plötzlicher starker Regenschauer unterbricht diesen Moment. Der Regen verdünnt die Blutlache und lässt es in das nahegelegene Gras abfließen. Er streckt mir seine rechte Hand hilfesuchend entgegen. Ich streiche mir mein nasses Haar aus dem Gesicht und schaue ihm in die Augen. Seine Pupillen sind geweitet, sein Blick ist starr und voller Angst. Ich lasse das Messer fallen. Und gehe zum Auto. Ein letztes Zucken durchfährt seinen blutüberströmten Körper. Kein Pulsieren. Keine Erregung. Stille. Nur das Rauschen des Regens.

Pure Absicht.

Sonntag, 13. Juni 2010

The Burning Red

Ja, ich lebe. Sechs Monate sind nun vergangen, es ist viel passiert und ich lebe.

Nachdem ich Bielefeld erfolgreich besetzt habe, versuche ich nun mein Bestes zu geben. Dortmund war grandios, keine Frage, aber hier in Bielefeld ist es nun doch nicht so schlimm. Wie heißt es so schön: auch auf einem Misthaufen kann eine Rose wachsen. Jedoch hat eine Rose Dornen, ein Mensch mit masochistischen Affinitäten würde sich freuen, aber ich, als geneigter Sadist, finde es fürchterlich. Ein kleines Beispiel gefällig?
Da ich im Moment abstinent lebe (bis zu meinem Geburtstag keinen Alkohol, circa 50 Tage also) habe ich eigentlich schon wenig Spass. Trotzdem waren wir wieder im Rock Café: same procedure as usual - kickern, quatschen, sich an den Leuten erfreuen. Ich habe mich ein wenig schicker, meinetwegen auch damenhafter, gekleidet. (Leute, die mich kennen, würden meine schlabber Shirts und Shorts als normal bezeichnen) Nicht aber an diesem Abend. Die üblichen Leute wie immer. Alles super, ich hatte sogar Spass, machte meine Witze und belächelte die besoffenen Menschen. Mal eine ganz andere Perspektive.

Da kam dann also ein Typ, der augenscheinlich sehr fasziniert von meinen sekundären Geschlechtsteilen war - Brüste. Irgendwann kamen wir dann ins Gespräch, wir hatten auch schon einmal Billard gespielt, aber durch meinen "Schlabberlook" weckte ich wohl kein Interesse. Es wurde immer später, oder auch früher und mit steigendem Nachdruck wollte er mich "verführen". Er:"Ich wohne hier direkt gegenüber." Ich:"Schön." Er:"Ich habe ein Bett." Ich:"Wow, ich auch." Das Gespräch schlug nun eine andere Richtung ein und er versuchte mich mit offensiven Sprüchen zu beeindrucken. Ich lächelte in mich hinein und konterte mit Dingen, mit denen er nicht gerechnet hätte - zumindest nicht von einer Frau. Ich spielte mit, aber mit der Gewissheit, im Vorteil zu sein. Irgendwann wollte er meine Nummer, weil er merkte, dass er es nicht mehr schaffen würde, es sei denn, er würde einen Knochen rausholen, ihn mir über den Schädel ziehen und mich an den Haaren in seine Höhle ziehen. Da ich wusste, dass er mit Sicherheit sich nicht mehr an meinen Namen erinnern konnte, schlug ich ihm einen Deal vor:"Wenn du mir sagst wie ich heiße, bekommst du meine Nummer." Sein Entsetzen war riesig, Schnappatmung machte sich bemerkbar. "Irgendwas mit S", stotterte er. Siegessicher lachte ich und guckte ihn abwertend an. Die Raterei war grandios: Silke, Sybille, Steffi, mein Favourite war Sieglinde. Seine Hilflosigkeit machte mich an und ich gab ihm einen Tipp:"Mein Name besteht aus den Buchstaben: S, U, A und N."

Schweigen.

Einen Moment später kam wie aus der Pistole geschossen:"SAUNA." Ich verschluckte mich fast an meiner Cola und prustete laut los. Ich:"Klar, Sauna und mit Nachnamen Aufguss."
Er guckte mich verwirrt an. Ich zog meine Jacke so an, dass er noch einen letzten Blick auf die Dinge hatte, die er niemals bekommen würde, lächelte mitleidig und verließ den Ort der Grausamkeiten.

Ihn hätte ich in meinem Handy unter "O" abgespeichert, "O" wie "ordinary" - für gewöhnliches Arschloch, ohne Eloquenz!