Sonntag, 13. Juni 2010

The Burning Red

Ja, ich lebe. Sechs Monate sind nun vergangen, es ist viel passiert und ich lebe.

Nachdem ich Bielefeld erfolgreich besetzt habe, versuche ich nun mein Bestes zu geben. Dortmund war grandios, keine Frage, aber hier in Bielefeld ist es nun doch nicht so schlimm. Wie heißt es so schön: auch auf einem Misthaufen kann eine Rose wachsen. Jedoch hat eine Rose Dornen, ein Mensch mit masochistischen Affinitäten würde sich freuen, aber ich, als geneigter Sadist, finde es fürchterlich. Ein kleines Beispiel gefällig?
Da ich im Moment abstinent lebe (bis zu meinem Geburtstag keinen Alkohol, circa 50 Tage also) habe ich eigentlich schon wenig Spass. Trotzdem waren wir wieder im Rock Café: same procedure as usual - kickern, quatschen, sich an den Leuten erfreuen. Ich habe mich ein wenig schicker, meinetwegen auch damenhafter, gekleidet. (Leute, die mich kennen, würden meine schlabber Shirts und Shorts als normal bezeichnen) Nicht aber an diesem Abend. Die üblichen Leute wie immer. Alles super, ich hatte sogar Spass, machte meine Witze und belächelte die besoffenen Menschen. Mal eine ganz andere Perspektive.

Da kam dann also ein Typ, der augenscheinlich sehr fasziniert von meinen sekundären Geschlechtsteilen war - Brüste. Irgendwann kamen wir dann ins Gespräch, wir hatten auch schon einmal Billard gespielt, aber durch meinen "Schlabberlook" weckte ich wohl kein Interesse. Es wurde immer später, oder auch früher und mit steigendem Nachdruck wollte er mich "verführen". Er:"Ich wohne hier direkt gegenüber." Ich:"Schön." Er:"Ich habe ein Bett." Ich:"Wow, ich auch." Das Gespräch schlug nun eine andere Richtung ein und er versuchte mich mit offensiven Sprüchen zu beeindrucken. Ich lächelte in mich hinein und konterte mit Dingen, mit denen er nicht gerechnet hätte - zumindest nicht von einer Frau. Ich spielte mit, aber mit der Gewissheit, im Vorteil zu sein. Irgendwann wollte er meine Nummer, weil er merkte, dass er es nicht mehr schaffen würde, es sei denn, er würde einen Knochen rausholen, ihn mir über den Schädel ziehen und mich an den Haaren in seine Höhle ziehen. Da ich wusste, dass er mit Sicherheit sich nicht mehr an meinen Namen erinnern konnte, schlug ich ihm einen Deal vor:"Wenn du mir sagst wie ich heiße, bekommst du meine Nummer." Sein Entsetzen war riesig, Schnappatmung machte sich bemerkbar. "Irgendwas mit S", stotterte er. Siegessicher lachte ich und guckte ihn abwertend an. Die Raterei war grandios: Silke, Sybille, Steffi, mein Favourite war Sieglinde. Seine Hilflosigkeit machte mich an und ich gab ihm einen Tipp:"Mein Name besteht aus den Buchstaben: S, U, A und N."

Schweigen.

Einen Moment später kam wie aus der Pistole geschossen:"SAUNA." Ich verschluckte mich fast an meiner Cola und prustete laut los. Ich:"Klar, Sauna und mit Nachnamen Aufguss."
Er guckte mich verwirrt an. Ich zog meine Jacke so an, dass er noch einen letzten Blick auf die Dinge hatte, die er niemals bekommen würde, lächelte mitleidig und verließ den Ort der Grausamkeiten.

Ihn hätte ich in meinem Handy unter "O" abgespeichert, "O" wie "ordinary" - für gewöhnliches Arschloch, ohne Eloquenz!

Kommentare:

  1. Bist du nur auf Alkoholentzug oder verzichtest du auf alles was Spaß macht ;)

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  2. Sauna. Joa. Wie kommt man drauf?

    Machen solche Namen, wie Paris wieder wet?

    Echt der Knaller. Zum Glück mochtest du mich damals schnell. Habe ja ewig gebraucht, bis ich deinen Namen konnte. :D

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