Montag, 18. Oktober 2010

The Day You Died

Es ist doch wirklich eine eigenartige Welt. Manchmal fühle ich mich wie eine Drohne - ein unbemanntes Ding, das verwirrt und teilnahmslos durch die Welt wuselt. Gesteuert durch externe Einflüsse, die komische Dinge mit mir veranstalten. Es könnte auch eine Gehirnwäsche gewesen sein: TV-Signale, die sich über Jahre in mein Hirn gefressen haben und ab und an kontrolliert meine Gedanken steuern. Absolut gruselig. Ich dachte, ich hätte die letzten Jahrzehnte unbeschadet einfach irgendeinen Nonsense komsumiert - ha, falsch gedacht. In meinem Unterbewusstsein haben sich schwubbelige Dinge entwickelt und ich habe das nicht mitbekommen. So eine Scheiße. Dabei wollte ich NIE eine typische Frau sein. Ekel steigt in mir auf, wenn ich an diese schrecklichen tussigen Tussen denke. Heimchen am Herd. Nur das tun was der Mann sagt und will. Ok, so bin ich wirklich nicht. Aber ich habe festgestellt, dass ich eine gewissen Vorstellung von Romantik habe. Vielleicht jetzt nicht das typische Bild: Rosenblätter und so was nicht, aber ich glaube an gewisse magische Momente. Blicke. Berührungen. Sätze im richtigen Moment.
Eigentlich schon komisch. Denn ich hasse solche Filme. Filme, die solche Dinge arg übertrieben darstellen und sich darauf einen runterholen. Abartige Perfektion. Aber in meinem kleinen, hustensaftgetränkten Hirn spielen sich ähnliche Szenen ab. Mein Standard-Satz war immer: Romantik ist, wenn ich deine Haut anziehe. Tja, jetzt bröckelt meine Weltanschauung. Ich bin erschüttert. Verwirrt. Denn wenn man als eigentlich untypische Frau erstmal mit so einem Thema angefangen hat, gibt es kein Zurück mehr. Da rollt also mein Romantik-Stein.

Aber ob das so eine gute Idee war? Immerhin wachsen doch automatisch die "Erwartungen". Und Erwartungen, die nicht erfüllt werden, sind enttäuschend - große Scheiße. Warum muss mein Mund sich eigentlich noch bewegen, wenn das Hirn fernab von Gut und Böse ist? Schrecklich. Erst betreibt man "Fishing For Compliments", ist man damit erfolgreich, ist man trotzdem unbefriedigt, weil es eigentlich suggestiv war. Ein Teufelskreis. Heute ist defitiniv NICHT mein Tag. Ich fühle mich leer. Wie eine Drohne, die Bedürfnisse stillen will, die ich vorher noch nie wirklich vernommen habe, weil sie irgendwie gestillt wurden - oder doch nicht? Boa, ich bin wirklich verwirrt. Ist das Zauberwort "Bestätigung"? Klingt doch alles albern. Vermutlich bleibende Kindheitstraumata, die ich jetzt irgendwie kompensieren will/muss. Und eigentlich ist es jetzt auch egal, denn alles was jetzt kommt, wäre eine indirekte Einforderung latenter Bedürfnisse, dich mich eh nicht befriedigen, weil ich irgendwie einen Appell ausgesendet habe. Abgefahren, ich verstehe mich selber nicht mehr. Cool.

Liebe Leute, ich glaube, ich bin fertig. Ich und Gefühlbestätigungsdrohnenkackromantik-Gedöns - passt einfach nicht. Ich fühle mich gerade wie diese Kinder, die komische Tests machen müssen: stecke diese Formen in die passenden Löcher. Und ich versuche das Dreieck in das Kreis-Loch-Ding zu drücken - natürlich ungeduldig und mit roher Gewalt. Aber das bin nun mal ich. Klingt traurig, aber eigentlich bin ich gerade recht amüsiert. Ok. Verdammt. Ist jetzt auch egal. Morgen ist morgen, dann esse ich Schmetterlinge und pupse Regenbögen und *zack* - alles ist wieder gut.......

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