Sonntag, 17. April 2011

Creepy Green Light

Flashback. Im Zeitraffer werden die Bilder in dein Hirn geschossen. Brennen sich wieder auf die Netzhaut. Situationen. Momente. Gefühle. Eine Welle des Chaos befindet sich direkt über deinem Kopf. Du zählst runter..drei...du weisst genau, dass die Welle dich verschlucken wird, zwei..., du spürst die plötzliche Kälte und die Stille, ...eins.., du wirst mitgerissen, wirst unter Wasser gedrückt, du wirst eins mit dem Rauschen. Orientierungslos. Atemnot. Panik.

Doch du überlebst. Ein weiteres Mal. Die Gischt spült dich an den Strand. Zieht sich zurück, als wäre nie etwas passiert. Du würgst das Wasser aus dir heraus. Hustest. Der salzige Geschmack widert dich an. Deine Augen brennen. Die Klamotten hängen wie eine schwere Last an dir. Doch du lebst.
Mit letzter Kraft entfernst du dich von den tobenden Wellen, die immer noch wütend im Hintergrund ihren Tanz aufführen - doch du blickst nicht zurück. Nein.

Donnerstag, 14. April 2011

Coma White

Sie rennt. Der Wind peitscht ihr durchs Gesicht. Die Haare wehen. Mit dem Herz in der Hand Richtung Abgrund. Sie inhaliert die kalte Luft. Die Lunge brennt. Immer schneller. Kein Blick zurück. Sie spürt die warme Masse in ihrer Hand. Das wilde Pochen zwischen ihren Fingern wird langsamer. Sie presst die Finger fest um das verletzte Gewebe.

Sie rennt.

Ihre Beine werden schwer. Seitenstiche. Atemnot. Sie geht zu Boden. Mit dem Herz in der Hand. Die Haare fallen in ihr schweiß-nasses Gesicht. Verdecken die Tränen. Verdecken die Wut. Das Herz wird langsamer. Sie presst die Finger noch fester um das blutig-weiche Fleisch.
Ihr Atem stockt. Schwindel. Sie bricht zusammen. Ihr Körper geht zu Boden. Mit dem Herz in der Hand.

Stille.

Der Wind streicht durch ihr nasses Haar. Ihre Augen blicken starr zum Himmel. Mit ihrem letzten Atemzug lässt sie das Herz aus ihrer Hand gleiten. Ein letzte Kontraktion. Es rollt dem Abgrund entgegen. Eine letzte Träne. Sie schließt die Augen. Stille.

Montag, 4. April 2011

Not Even Close To Your Understanding Of...

Sie feilt sich akribisch die Nägel. Die letzten Fetzen sollen glatt-glänzend erstrahlen. Sie blickt in den Spiegel und lächelt. Heute Abend...ja, heute Abend.
Sie greift nach ihren Schmink-Utensilien. Grelle Farben verkleben ihre Augenlider. Das Make-Up betont das verbrauchte Gesicht. Die Wimpern klumpig und starr. Sie blickt in den Spiegel und spitzt die Lippen. Blutroter Lippenstift komplettiert das Spiegelbild.
Heute Abend...ja.

Ihr Feuer ist erloschen. Träge bewegt sie sich zur Tür. Sie lächelt.

Aufblitzende Lichter. Stickige Luft. Enge. Sie blickt sich um. Die laute Musik dröhnt durch den kleinen Raum. Ihre Augen sind weit aufgerissen. Mit suchendem Blick schwankt sie Richtung Theke. Kein Platz für Agonie.
Der Tequila verklebt ihre Kehle wie eine süße Lüge.

Sonntag, 3. April 2011

Pulled Under 2000 Metres A Second

Der Stein bahnt sich seinen Weg, ohne Rücksicht auf Verluste rollt er alles platt. Zerquetscht, zerstört und zerreisst es. Die Fetzen liegen am Boden. Wie ein Puzzle.

Doch die Teile werden wieder zusammengesetzt, es tut gut. Vielleicht fehlen einige Stücke, aber Perfektion ist langweilig. Sollen die Reste ewig am Stein kleben und mit ihm weiter rollen. Auf das er noch mehr zerstört und sich um ihn herum lauter Fetzen bilden. Rohes Fleisch. Kein Gefühl. Matschige Gewebereste. Keine Bedeutung.

Ich freue mich auf die nächste Woche. Freitag.
Ein Sprung ins kalte Wasser, aber was habe ich zu verlieren?

"When you burn in hell
remember what I've said
You had your chance
I've had enough
I've had enough

I'm sick of suffering
You're givin' nothing
I need something
I'm sick of suffering
You're givin' nothing
I need something

You're only playing
We're all fading
I'm sick of waiting
You're only playing
We're all fading
I'm sick of waiting"


Das Happy End ist nah.....