Freitag, 20. Mai 2011

Hunt Them Down

Langsam rinnt sie meine Kehle hinunter. Der saftig-süße Geschmack verklebt mir meinen Mund. Ich schlucke, atme und genieße. Sie bahnt sich den Weg zu meinem Magen und umschmeichelt mein Innerstes. Mir wird warm.
Glücksgefühle durchpreschen mein Gehirn - meinen Körper. Ich spüre mich.

Mein Herz rast.

In meiner Schläfe pocht das heisse Blut. Ich schliesse die Augen und gebe mich hin. Mein Magen krampft, sie füllt meinen Körper und benetzt meinen Geist. Mein rohes Fleisch stülpt sich nach aussen. Langsam. Stück für Stück. Ich spüre keinen Schmerz. Nein. Das verletzliche Gewebe pulsiert. Leben durchströmt die Fasern. Ich offenbare mich. Zeige dir alles. Das glänzende Fleisch ist rein. Neu. Unberührt. Das warme Blut rinnt an mir hinunter. Spült alles Schlechte zu Boden.

Mein Herz.

Langsam ist sie meine Kehle hinunter geronnen. Die Lüge. Der saftig-süße Geschmack hat sich eingenistet. Verklebt den Geist und jede Faser meines Körpers. Wächst mit jedem Herzschlag. Mit jedem Atemzug.

Kannst du es sehen?
Ich spüre mich.

Das Blut hat mich gereinigt. Das tiefe Rot wirkt klar und perfekt. Doch der innere Zerfall prescht durch mich durch. Ich zucke. Gehe zu Boden. Ich blicke zu dir hoch. Meine Augen zeigen dir die Wahrheit, bevor mich der Schleier wieder einhüllt und alles nimmt, wofür ich gekämpft habe. Ich bin müde.

Ich spüre dich.