Dienstag, 18. Oktober 2011

Short Stories With Tragic Endings

Der Blick in den Spiegel ist beängstigend. Das Gesicht eingefallen, die Augen leer. Die spröden Lippen reißen, bei dem Versuch zu lächeln. Du erkennst dich nicht wieder. Zweifelnd bewegst du dich näher an den Spiegel heran. Deine Finger berühren die reflektierende Fläche. Sie ist kühl und leblos. Du neigst den Kopf und beobachtest dein Spiegelbild, aber auch die Bewegung haucht der Gestalt kein Leben ein. Nein.

Du schließt die Augen. Das Rauschen des Meeres durchdringt deinen Körper, du kannst das Salz auf deinen Lippen schmecken. Schritt für Schritt wirst du eins mit dem Wasser. Es umspült deinen Körper und reißt dich mit. Du genießt diese Kraft und gibst dich hin, lässt dich treiben. Immer weiter, immer tiefer. Du bist frei. Für einen kurzen Moment. Du wirbelst durch das Wasser, verlierst die Orientierung.
Mein Leviathan.

Der Blick in den Spiegel ist beängstigend. Kein Leben. Nein. Ich betrachte mein Spiegelbild. Die nassen Haare schmiegen sich an meine Wangen. Kühl und leblos. Meine Finger berühren die reflektierende Fläche. Risse durchfahren den Spiegel. Immer weiter, immer tiefer. Ich neige den Kopf und beobachte das zersplitterte Bild. Ich bin frei. Für einen Moment.

Eins mit dem Leviathan. Mir geht die Luft aus. Wasser dringt in meine Lungen. Immer weiter, immer tiefer. Das Rauschen des Meeres durchdringt meinen Körper. Ich gebe mich hin. Für einen kurzen Moment.

Die Bewegung haucht der Gestalt kein Leben ein. Nein. Ich war.
Freiheit.