Dienstag, 15. Mai 2012

The Sinner And The Sadness

Kennst du die Antworten auf meine Fragen? Siehst du das was ich sehe? Spürst du meinen Schmerz? Betäubende Agonie. Verschwommene Sicht. Die Lüge in mir. Genährt mit schlechtem Blut. Atemlos. Herzlos. Verdorben und verstoßen. Doch noch zuckt das Leben in mir. Die Synapsen flackern. Wunden heilen. Narben zeigen dir den Weg. Kennst du die Antwort? Lüge. Geschrieben mit dem eigenen Blut. Schwer und zäh fließt es durch mich hindurch. Die Lethargie treibt mich an. Und doch brenne ich innerlich. Alles was bleibt ist die kalte Asche. Siehst du es? Das Feuer glüht in meinen Augen und doch beherrscht die Katatonie das Fleisch. Verdorben und vernarbt. Herzlos. Spürst du es? Agonie. Die kalte Asche nimmt mir die Sicht. Das Blut schmeckt ranzig und leblos. Doch der Kreislauf geht weiter. Kein Stillstand. Kein Tod. Der Weg gepflastert mit Narben. Mein Herz pumpt die zähe Masse in jede Zelle. Atemlos. Kennst du die Antworten?

Kommentare:

  1. Nett, aber ich hab ne Frage: Schreibst du diese Dinge, weil sie dich beherrschen und du sie einfach aus dir schöpfst, oder denkst du dir was aus, was deiner Meinung nach "cool" klingt?

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  2. Beherrschen ist ein zu starkes Wort. Nein, diese Dinge fließen einfach aus mir heraus. Das Schreiben ist ein Ventil, verstärkt durch Musik und Schwingungen. Klingt das denn "cool"? Ich denke nicht. Und das ist auch ganz sicher nicht meine Intention. Ich mag plastische Darstellungen. Jeder Mensch trägt solche Seiten in sich. Nenn es "dunkle" Seite, oder wie auch immer. Die Welt ist nun nicht immer nur bunt und voller Liebe und Wärme. Die Gesellschaft entwickelt sich immer mehr zu einer "Wegwerf-Gesellschaft" und mit meinen Texten veranschauliche ich den bösen und fiesen Dreck, der wahrscheinlich auch in dir steckt. Der literarische Blutrausch bereitet mir Freude - immer weiter in Wunden zu wühlen, bis auf die Knochen. Leben ist Schmerz - mal mehr und mal weniger.

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  3. Ok, du willst also ne Botschaft senden, dich zu einer gewissen Weltsicht bekennen. Aber willst du damit andere Menschen erreichen oder schreibst du das hauptsächlich für dich selbst? Denn ich hab festgestellt, dass die meisten Menschen bei einer so strikten, plakativen "Ekelsprache"(für mich ist sie nicht eklig) gleich abschalten und gar nichts mehr darin sehen können, weil diese Bilderwelt so krass dem widerspricht, was sie gewohnt sind bzw. weil sie zu sehr daran gewöhnt sind aus Film und Glotze. Wenn du aber, um deine Motive (z.B. deine Wegwerfgesellschaft) an die Menschen zu bringen, für Menschen gewohnte Bilder aussuchst und sie nur leicht, subtil im Einklang mit deiner Botschaft verfremdest, also leicht surreal machst, pervertierst, dann ist die Wirkung auf die Menschen viel größer und es bleibt ihnen auch länger im Gedächtnis, weil es ihre Alltagswelt unangenehm und fehlerhaft macht. Es müssen nicht immer gleich Blut und Gedärme sein, dagegen sind die Menschen heutzutage stark sensibilisiert. Wenn es stattdessen z.B. roter Traubenmatsch ist, der aus den Wänden kommt, ist das schon näher am Alltag, aber gleichzeitig auch ungewöhnlicher. Aber wie gesagt, es muss mit deiner Botschaft in Einklag stehen. Und damit, ob du überhaupt andere Menschen wirklich manipulieren willst oder es wie gesagt nur ein Ventil für dich selbst ist.

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  4. Ja, das stimmt. Eine Botschaft habe ich eigentlich nicht. Bzw. ich schreibe nicht, um es an die Masse zu verfüttern. Manipulieren will ich auch nicht. Es ist mein Ventil. Meine Vorstellung von Dingen. Wahrscheinlich auch einfach meine Art und Weise. Finde aber nicht, dass ich mich einer "Ekelsprache" bediene. Es ist zwar plastisch und auch oft blutig, aber es ist genauso, wie ich es in dem Moment fühle/sehe. Ich mag die Einfachheit der Dinge. Keine wurmlangen Schachtelsätze und nicht auf den Punkt kommen. Zudem kann ich das ja auch nicht immer steuern, es fließt. Ich setze mich vor den Bildschirm und entweder habe ich den Drang zu schreiben, oder nicht. Habe ich den Drang, dann fliegen die Finger nur so über die Tasten. Ich werde mich sicherlich noch sehr viel ausprobieren und vielleicht entsteht dann auch mal eine Geschichte mit matschigen Trauben ;) wer weiß das schon. Vielen Dank für deine Worte!

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